Abstammung

Frettchen (Mustela putorius furo) gehören zur Ordnung der Raubtiere (Carnivora) genauer gesagt zur Gattung der Erd- und Stinkmarder (Mustela), der auch z.B. Marder, Otter, Wölfe und Dachse angehören. Die wildlebenden Verwandten des domestizierten Frettchens sind alle marderartigen wie u.a. Wiesel, Iltis, Marder und Nerz.

Albino

Siehe Fellfarben

Alter

Siehe Lebenserwartung

Analdrüsen

Frettchen haben Analdrüsen, die bei großer Angst oder auch bei völliger Entspannung ein übel riechendes Sekret absondern. Dieser unangenehme Geruch verzieht sich nach einigen Minuten wieder, an der Kleidung etc. bleibt er aber haften. Die Analdrüsen sind für Frettchen ein wichtiges Kommunikationsmittel und dürfen laut dem Tierschutzgesetz nicht entfernt werden. Da sie im Normalfall höchst selten zum Einsatz kommen ist das auch überhaupt nicht notwendig.

Anschaffung

  • Wenn Sie mit dem Gedanken spielen sich Frettchen ins Haus zu holen, bietet es sich an einen Frettchenhalter zu besuchen um zu sehen wie es sich mit den kleinen Kobolden lebt. Außerdem können Sie so feststellen, ob Sie den Eigengeruch von Frettchen nicht eventuell unangenehm empfinden.
  • Gerade als „Frettchenanfänger“ ist es empfehlenswert sich für adulte Tiere (aus einer Frettchenhilfe) zu entscheiden, denn der Charakter der Tiere ist bereits klar zu erkennen und die Frettchen kennen bereits die Grundregeln, wie die Benutzung des Katzenklos und das Menschen nicht so fest gebissen werden dürfen wie Artgenossen.
  • Für den täglichen Freilauf muss Ihre Wohnung / Ihr Haus „frettchensicher“ sein im Sinne der Sicherheit Ihrer Tiere und der Dinge, die Ihnen wichtig sind, wie Pflanzen, Deko, Gläser, Dokumente…
  • Auch zahme Frettchen kneifen im Spiel mal in die Finger, für Kinder sind sie als Spielgefährten also nur bedingt empfehlenswert.
  • Frettchen sind allein nicht glücklich, sie sollten also mindestens zu zweit gehalten werden

Außengehege

Siehe Unterbringung

Beschäftigung

Wenn Frettchen nicht gerade schlafen sind sie sehr lebhaft und wollen beschäftigt werden, hierfür eignen es viel Arten von Spielzeug, ein Spaziergang oder auch ganz einfach das Dabeisein der neugierigen Kobolde bei alltäglichen Aufgaben (Einkäufe auspacken, Betten machen, Wischmopp-schwingen…). Nicht zu vergessen ist das Frettchen sich auch sehr viel miteinander beschäftigen in dem sie sich Raufen und durch die Wohnung jagen.

Branten

Sind die Pfoten des Frettchens

Buchempfehlungen

  • Frettchen für Dummies ISBN: 3-8266-3135-8 € 24,95
  • Lektüre für den Krankheitsfall und/oder Hilfestellung für Ihren Tierarzt:
    Das Frettchen als Haustier in der Kleintiersprechstunde ISBN: 3-929744-16-3 € 19,80

Darmverschluss

Es gibt einige Dinge die Frettchen magisch anziehen. Zum Beispiel weiche Knöpfe von Fernbedienungen oder Oropax werden an-/abgeknabbert und verschluckt. Werden sie nicht ausgeschieden kommt es zum Darmverschluss. Dem Frettchen ist es, im Gegensatz zu anderen Tierarten, allerdings oft noch möglich kleine Mengen Kot abzusetzen. Typische Anzeichen für einen Darmverschluss sind Erbrechen, Untertemperatur (<38°C) und kein bzw. geringer Kotabsatz. Ein Darmverschluss kann tödlich sein, bitte fahren Sie sofort zum Tierarzt der ein Kontraströntgen und eine OP veranlassen sollte um den Fremdkörper zu entfernen.

Dauerranz

Mit 6 – 10 Monaten kommen Fähen das erste Mal in die Ranz. Da es erst durch den Deckakt zum Einsprung kommt, besteht schon ab der ersten Ranz das Risiko das die Fähe nicht wieder aus der Ranz herauskommt und weiterhin permanent Hormone produziert. Normalerweise verläuft die Ranz in Intervallen, so dass die Vulva nach wenigen Wochen wieder abschwillt um dann nach kurzer Zeit wieder anzuschwellen. Man spricht dann von Dauerranz, wenn die Vulva nicht wieder abschwillt, die Fähe durch Östrogenvergiftung schwach wird und die Schleimhäute wie die Vulva blass werden. Nun ist höchste Eile geboten, die Fähe sollte schnellstens von einem erfahrenen Tierarzt kastriert werden. Er besteht Lebensgefahr für das Tier!

Einstreu

Frettchen benötigen keine Käfig-Einstreu wie Nagetiere! Eine leicht zu reinigende Oberfläche wie z.B. PVC ist vollkommen ausreichend. Da Frettchen ihr Futter gern verschleppen kann Kleintiereinstreu sogar lebensgefährlich sein wenn sie mit dem Futter aufgenommen wird und es zum Darmverschluss kommt.

Einzelhaltung?

Frettchen brauchen Frettchen! Frettchen sollten niemals allein gehalten werden. Kein Mensch kann einem Frettchen den Partner ersetzen! Oder passen Sie etwa in die Lieblingshängematte im Käfig, oder durch die Drainage-Röhre hinter dem Sofa? Mögen Sie Ihrem Frettchen die Ohren ausschlecken oder beim wilden spielen im Nacken gepackt und geschüttelt werden? Bitte tun Sie es diesen Lebensfrohen Tieren nicht an keinen Artgenossen als Spiel- und Kuschelgefährten zu haben. Es gibt hierbei nur wenige Ausnahmen, bitte sprechen Sie uns bei Fragen dazu gerne an.

Ernährung

Frettchen sind Raubtiere und benötigen somit einen hohen fleischlichen Anteil in der Ernährung. 80% der Proteine sollten tierischer Herkunft sein (aus Fleisch/Fisch) und nur die übrigen 20% sollten aus Getreide, Gemüse oder Obst bestehen.

Wegen der kurzen Verdauungsphase von lediglich ca. 3 Stunden müssen Frettchen rund um die Uhr Nahrung zur Verfügung stehen haben, damit sie bei Bedarf futtern können. Es bietet sich also an Trockenfutter speziell für rund um die Uhr ausreichend zur freien Verfügung zu stellen. Selbstverständlich müssen die Tiere auch immer genügend Wasser haben. Achtung: bei Nippeltränken besteht die Gefahr, dass zu wenig getrunken wird, das kann auf lange Sicht gesundheitliche Folgeschäden haben

Wenn wir unseren Frettchen hochwertiges Futter zur Verfügung stellen wird dies auch zum größten Teil verwertet. Da z.B. Getreide nicht verwertet wird, futtern die Tiere mehr von diesem Futter und setzen dementsprechend auch mehr Kot ab. Es zahlt sich also aus etwas mehr Geld für hochwertiges Futter auszugeben.

Fleisch, Fisch + ganze Futtertiere
Eine ideale Futterquelle sind ganze Futtertiere, denn sie enthalten alle notwendigen Nährstoffe, die z.B. auch der Iltis in der freien Natur aufnimmt. Es eignen sich zum Beispiel Eintagsküken oder Mäuse, die tiefgefroren in der Reptilienabteilung des Zoofachgeschäfts zu finden sind. Bitte beachtet, dass es verboten ist lebende Tiere zu füttern! Auch frisches/rohes Fleisch oder Fisch sind ideale Proteinlieferanten. Hierbei ist zu beachten, dass keinesfalls Schweinefleisch gefüttert werden darf, denn darin kann der Aujeszky-Virus enthalten sein, der für Frettchen tödlich ist. Bei einer Ernährung ausschließlich mit Muskelfleisch kommt es allerdings schnell zu Kalziummangel. Selbstverständlich dürfen auch Innereien auf dem Speiseplan stehen – allerdings bitte maximal 1x die Woche. Herzen zählen übrigens zur Kategorie Muskelfleisch. Einige Fretts fressen außerdem gern Fisch, hier sollte es bitte Seefisch sein, denn in Süßwasserfischen ist das Enzym Thiaminase enthalten, welches das Vitamin B1 zerstört. Am gesündesten ist es das Fleisch und Fisch roh zu füttern, denn durch braten oder kochen werden wichtige Vitamine zerstört.

Trockenfutter
Wie erkennt man hochwertiges Trockenfutter bei der großen Auswahl? Da die Inhaltstoffe i.d.R. von „am meisten“ oben zu „am wenigsten“ am Schluss sortiert angegeben werden, fällt Futter mit einem nicht-fleischlichen Inhaltstoff (z.B. Weizen) an erster Stelle von vornherein aus der Wahl. Bei der Inhaltsangabe von frischem Fleisch ist zu beachten, dass in der Produktion von Trockenfutter dem Fleisch noch das enthaltene Wasser entzogen wird, so dass der Gesamtanteil erheblich geringer ist als es den Eindruck erweckt. Die beste Angabe als meistenthaltener Inhaltstoff ist Geflügelfleischmehl, denn das ist Muskelfleisch im bereits dehydrierten Zustand. Vorsicht ist bei der Angabe Geflügelmehl geboten, denn hier sind hauptsächlich Nebenprodukte (Schnäbel, Blut, Hufe etc.) verarbeitet worden. Und sein wir mal ehrlich: ist das etwa appetitlich und hochwertig? Nein, aber günstig für den Hersteller. Leider gibt es noch weitere Tücken: einige Hersteller nennen zum Beispiel Fleischmehl zwar an erster Stelle, geben dazu aber in Klammern dahinter einen recht niedrigen %-Wert an. Wir sollen also übers Ohr gehauen werden.

Es bleibt uns also nichts anderes übrig als beim Einkauf genau auf die Inhaltstoffe zu achten.

Bei den Analysewerten von Trockenfutter gelten die folgenden Richtwerte:
  • Roh-Protein 32,0-40,0 %
  • Roh-Fett 20,0 - 22,0 %
  • Roh-Asche kleiner 7,0 %
  • Roh-Faser kleiner 3,0 %
Feuchtfutter
Auch beim Feuchtfutter ist es sehr wichtig auf einen hohen Fleischanteil zu achten. Die häufigste Angabe als meistenthaltener Inhaltstoff ist „Fleisch und tierische Nebenprodukte“. Hierbei muss lediglich darauf geachtet werden, dass der fleischliche Anteil möglichst hoch ist. Aus 100% Fleisch besteht z.B. Animonda Carny oder Bozita, aber auch Aldi hat drei Futtersorten von Lux im Programm, die ca. 60% Fleisch aber keinen Zucker enthalten. Wenn in einer „Kaninchen-Dose“ lediglich 4% Karnickel enthalten sind, stellt sich die Frage woraus die übrigen 96% bestehen – meist sind es Nebenprodukte oder andere günstige Fleischsorten. Zucker oder Karamell haben im Futter überhaupt nichts zu suchen, es sind lediglich Lockmittel, die Karies verursachen. Alle Sorten mit Zucker sollten also unbedingt gemieden werden. Auch Farb- und Konservierungsstoffe sind kritisch zu betrachten.

Obst, Gemüse & Co
Wie anfangs schon erwähnt können Frettchen mit diesen Dingen nichts anfangen. Da unserer Meinung nach die 20% nicht-tierischen Proteine gut durch den nicht-fleischlichen-Anteil im Trockenfutter gedeckt werden, sollte es Gemüse also lediglich als "Leckerchen" und nicht als komplette Mahlzeit geben: ein Stückchen Gurke wenn man gerade einen Salat zubereitet oder eine Weintraube zwischendurch. Es müssen auf keinen Fall extra Obstteller für die Frettchen angerichtet werden. Zitrusfrüchte und Kohlgemüse sollten dabei gemieden werden und alles Obst und Gemüse sollte kernlos sein. Gut geeignet sind z.B. Melonen, Bananen (nur wenig, sonst droht Zahnstein), Weintrauben, Birnen, ungeschwefelte Rosinen, Paprika, gekochte Kartoffeln, Schlangengurken, Tomaten (Achtung, grüne Stellen enthalten das Gift Solanin, dass auch für den Menschen nicht ungefährlich ist, gleiches gilt für Kartoffeln).

Leckerchen und Nahrungsergänzung
Das Top Leckerli ist Vitaminpaste für Katzen. Außerdem wird auch Malt- oder Käsepaste oftmals gern genommen. Wenn das Frettchen mal stillhalten muß z.B. beim Krallenschneiden reicht es die Tube vor die Schnute zu halten und an zappeln ist nicht mehr zu denken. Etwa einmal die Woche gibt es bei uns außerdem Eigelb (kein Eiklar, denn darin ist Avidin enthalten, welches Vitamin B zerstört) zu schlabbern. Gerade im Fellwechsel geben wir zur Unterstützung ein paar Mal die Woche ein Löffelchen hochwertiges Öl und Vitamin- oder Gemüseflocken für Katzen unter das Nassfutter. Vitaminflocken lassen sich auch prima in Katzenmilch anrühren und wird so gern geschlabbert. Als Leckerchen oder zum druntermischen von Medikamenten eignet sich außerdem gut Babybrei in Gläschen z.B. Huhn und Reis. Gemüse, Obst oder ganze Mahlzeiten sind hierbei ungeeignet.

Erste-Hilfe-Koffer

  • Fieberthermometer
  • Krallenschere
  • Vitaminpaste
  • Leich verdauliches (Lieblings)Futter z.B. Miamor Milde Mahlzeit Huhn+Reis
  • Blutstillende Watte (falls die Kralle zu kurz geschnitten wurde)
  • Impfpass
  • Ohrenreiniger (z.B. vom Tierarzt)
  • Q-Tipps
  • Gewichtskarte (mögl. alle 2-4 Wochen wiegen)
  • Elektrolytpulver
  • Päppelfutter (z.B. Convalescence Support von Royal Canin

Fähe

Das weibliche Frettchen

Fellfarben

Iltisfrettchen sind die häufigste Fellfarbe, es gibt dunkle und helle Iltisse, alle tragen jedoch die typische Maske im Gesicht. Ihre Augen und das Deckhaar sind dunkel, die Unterwolle hell.

Die ersten Frettchen waren Albinos. Da ihnen gewisse Pigmente fehlen ist ihr Fell weiß und sie haben rote Augen und eine rote Nase. Albinos sind nicht anfälliger für Krankheiten als andere Frettchen!

Siam- oder Zimt-frettchen haben eine beigefarbenes Fell und meist keine erkennbare Maske.

Der Harlekin hat einen weißen Brustlatz und weiße Pfoten, die Grundfarbe ist Iltis oder Siam.

Silverfrettchen haben eine silbrige Fellfarbe.

Badgarfrettchen haben einen weißen Strich auf dem Kopf – Diese Tiere sind häufig taub.

Dark-Eye-White (DEW) Frettchen haben weißes Fell und dunkle Augen. Auch diese Fellfarbe neigt häufig zur Taubheit.

Blackself-Frettchen haben schwarzes Fell und auch dunkle Unterwolle, sie haben keine Maske oder höchstens ein helles Kinn

Es gibt noch weiter Farben oder andere Bezeichnungen, ausschlaggebend sollte immer der Charakter des Tieres sein, nicht sein Pelz!

Fellwechsel

Frettchen kommen 2mal im Jahr in den Fellwechsel, im Frühjahr bekommen sie ihr Sommerfell und im Herbst dann Winterfell. Bei der Wohnungshaltung wird Ihnen der Fellwechsel vielleicht nur durch die Haare, die überall herumfliegen, auffallen und der Zeitpunkt orientiert sich nicht so sehr nach den Temperaturen oder der Jahreszeit weil es in der Wohnung schließlich immer verhältnismäßig warm ist. Bei Außenhaltung ist dagegen das Winterfell viel dichter und plüschiger. Sie können Ihre Tier beim Fellwechsel unterstützen indem sie täglich ca. 1 TL. Öl (z.B. Distelöl oder Becel) je Frettchen verabreichen. Bei einigen Frettchen ändert sich mit dem Fellwechsel übrigens die Fellfarbe ziemlich stark:

Sommer vs. Winter Frodo + Flash von Floetie

Fettschwanz

Einige Frettchen bekommen im Sommer einen so genannten Fettschwanz. Die genaue Ursache hierfür ist leider nicht bekannt, aber es handelt sich um nicht gefährliches. Das Frettchen verliert dabei an der Schwanzspitze oder sogar am gesamten Schwanz seine Harre und man kleine schwarze Punkte, wie Mitesser, sehen. Weil es sich hierbei nur um einen Schönheitsaspekt handelt muß es nicht behandelt werden. Wer aber etwas gegen solch einen „Rattenschwanz“ unternehmen möchte kann den Schwanz täglich mit Malven-Blüten-Tee (auch Käspappeltee genannt) reinigen, vielleicht wird es besser. Mit dem Fellwechsel zum Winter hin wird der Fettschwanz aber auch wieder von ganz allein verschwinden. Vorsicht ist geboten wenn sich der Fellverlust auch auf Rücken, Flanken oder den Nacken ausbreitet, dann bitte den Tierarzt aufsuchen.

Fieber(messen)

Die normale Körpertemperatur eine Frettchens beträgt 38°C-39°C. Wenn Sie bei Ihrem Frettchen Fiebermessen wollen eignet sich ein handelsübliches Digitalthermometer dessen Spitze Sie am besten vorher mit Vaseline beschmieren und dann vorsichtig in den After einführen. Sie können ihr Frettchen dabei mit Vitaminpaste ablenken, so wird es wahrscheinlich keine große Gegenwehr leisten.

Freilauf

Sie sollten Ihren Frettchen so oft wie möglich Freilauf in der Wohnung anbieten (bei Käfighaltung mind. 3-4 Std.!). Damit sich die Tiere nicht verletzen und nichts zu Bruch geht muß die Wohnung oder die betreffenden Zimmer „frettchensicher“ gemacht werden. Was genau das bedeutet werden Ihnen die Frettchen selbst zeigen. Hier sind ein paar Anhaltspunkte:
  • Blumen sollten unerreichbar oder z.B. mit Drahtgeflecht abgesichert sein, denn sonst werden sie ausgegraben. Giftige Pflanzen sollten Tabu sein.
  • Reinigungsmittel, Medikamente, Süßigkeiten und verschluckbare Gegenstände (Oropax) etc. müssen verschlossen bzw. 100% unerreichbar sein.
  • Größere Spalten hinter Möbeln sollten geschlossen werden
  • Gläser und Dekoartikel sollten nicht erreichbar sein, denn es wird alles genau untersucht und auch gern über die Tischkante geschoben.
  • Vorsicht bei Polstermöbeln! Der dünne Stoff unter Sofa und Co. ist sehr schnell durchgekratzt wenn sich Ihre Frettchen erstmal dafür interessieren. Im Innenleben Ihres Sofas lassen sich gern kleine Schätze oder Futter verstecken, es kann aber auch gefährlich sein, wenn sich ein Frettchen einklemmt oder das Sofa einfedert wenn man sich darauf setzt. Einige Frettchen schlafen außerdem sehr fest – wie wollten Sie es wieder aus dem Sofa herausholen?
  • Geöffnete Fenster sind nur dann möglich, wenn die Frettchen nicht auf die Fensterbank kommen oder der Spalt gesichert ist, damit sich kein Tier im Spalt einklemmt oder stiften geht.
  • Es sollte verhindert werden das die Frettchen von außen auf den Käfig klettern (Sturzgefahr!) und der Käfig sollte aus dem selben Grund geschlossen sein, hierfür eignet sich eine kleinere eingebaute Türe oder eine Katzenklappe, die zum Freilauf geöffnet werden kann, ohne das der ganze Käfig offen steht. Als Kletterstopp eignet sich z.B. Plexiglas oder eine dünne Spanplatte vor dem Gitter angebracht.
  • Genügend Toiletten aufstellen und bei der Standortwahl auf die favorisierten Ecken der Frettchen eingehen (mehr dazu unter Stubenreinheit)

Futter

Siehe Ernährung

Gefahren (im Haushalt)

Siehe Freilauf

Geruch

Frettchen haben einen Eigengeruch wie jede Tierart, es hängt von Ihrer Nase ab, ob Sie den Geruch als stinkend empfingen – schnuppern Sie doch mal bei einem Frettchenhalter in der Nähe. Während der Ranz haben Rüden einen sehr unangenehmen Geruch und sie markieren ihr Revier. Nach der Kastration bleibt aber nur noch der typische Frettchen-Eigengeruch.

Gewicht

Das Durchschnittsgewicht eines ausgewachsenen Rüden liegt bei ca. 1.000 – 2.000g, Fähen sind mit ca. 500 – 1.000g wesentlich leichter. Das Gewicht schwankt dabei je nach Jahreszeit, so dass eine Gewichtszunahme von bis zu 30% im Winter normal ist (und dementsprechend die Abnahme im Frühjahr). Es bietet sich an seine Frettchen regelmäßig zu wiegen um bei unnormalen Gewichtsveränderungen den Tierarzt aufzusuchen, denn es kann eine Krankheit dahinterstecken, die das Frettchen sich sonst noch nicht anmerken lässt.

Haltung

Siehe z.B. Anschaffung , Ernährung , Freilauf , Schlafplätze , Spielzeug , Stubenreinheit , Unterbringung

Hybriden

Unter Hybriden versteht man den Nachwuchs aus einer Verpaarung zwischen einem Frettchen und einem Iltis. Weitere Informationen zu Hybriden finden Sie >>hier<<.

Hygiene

Geben Sie Ihren Tieren bitte täglich frisches Wasser und Futter und waschen Sie dabei die Näpfe kurz aus. Kontrollieren Sie dabei auch die Bunkerplätze im Käfig oder in der Wohnung damit kein verdorbenes Fleisch im Frettchenmagen landet. Die „Bettwäsche“ Ihrer Frettchen sollten Sie 1-2 die Woche wechseln und waschen. Sein Sie bitte vorsichtig mit stark duftenden Waschmitteln und Weichspülern – sollte ein Frettchen Hautprobleme oder Allergien bekommen ist dies oft die Ursache.

Iltisfrettchen

Siehe Fellfarben

Käfig

Siehe Unterbringung

Kastration

Sowohl Rüden, als auch Fähen sollten kastriert werden wenn sie in die Ranz kommen. Die Kastration eines Rüdens ist ein relativ kleiner Eingriff, bei dem unter Narkose die Hoden entfernt werden. Die Kastration einer Fähe ist ein größerer Eingriff und es werden die Eierstöcke entfernt – also das komplette Hormonproduzierende Gewebe. Sollte die Gebärmutter verändert sein wird diese ebenfalls entfernt. Einige Tierärzte entfernen die Gebärmutter vorsorglich gleich bei der Kastration.

Körpertemperatur

Die normale Körpertemperatur eine Frettchens beträgt 38°C-39°C.

Lebenserwartung

Frettchen werden durchschnittlich ca. 6-10 Jahre alt

Muckern

Siehe „Sprache

Ranz

Wenn Frettchen geschlechtsreif werden kommen sie in die Ranz. Der typische Zeitpunkt für den Geginn der Ranz das Frühjahr nach ihrer Geburt, gerade bei Wohnungshaltung kommen viele Frettchen aber deutlich früher in die Ranz (Durchschnittlich mit 6-10 Monaten). Die Ranzzeit endet erst im Herbst. Bei Rüden sind die Hoden nun deutlich zu sehen, sie sind nun stark Triebgesteuert, markieren ihr Revier, beginnen zu müffeln und belästigen die anderen Frettchen. Bei einer Fähe schwillt die Vulva an und eventuell verändert sich ihr Verhalten, so dass sie sehr aufgedreht und hippelig wird oder sehr verschmust. Bei Fähen besteht die Gefahr der Dauerranz. Sie sollten sowohl Fähen, als auch Rüden zum Wohle der Tiere kastrieren lassen

Rüde

Ein männliches Frettchen

Schlafplätze

Sie sollten Ihren Frettchen immer mehrere Schlafplätze zur Verfügung stellen zwischen denen sie wählen können oder sich ggf. auch mal aus dem Weg gehen können. Frettchen lieben Schlafhölen und Hängematten, aber auch Kissen, Schlafsäcke oder einfache, kuschelige Decken werden gern genommen. Damit es sich schön weich liegt sollten Sie Tücher oder Decken in die Schlafhöhlen legen.

Spaziergang

Viele Frettchen gehen gerne an der Leine spazieren, einige lieber nicht. Zu welchen Frettchen Ihre Hausgenossen zählen, müssen Sie ausprobieren. Wichtig sind ein gut sitzende Geschirr aus dem sich das Frettchen sich nicht befreien kann und natürlich eine Leine. Es bietet sich an das Geschirr in der Wohnung anzulegen (evtl. mit Hilfe von Vitaminpaste damit die Frettchen still halten) und anschließend gleich raus zu gehen, damit die Tiere abgelenkt sind und gar nicht erst auf die Idee kommen das lästige Geschirr abzustreifen. Der Ausdruck Spaziergang ist vielleicht etwas übertrieben, denn meist kommt man mit dem neugierigen Gesellen nicht sehr weit, weil alles ganz genau geschnüffelt und erkundet werden muß. Wenn ihren Frettchen die Umgebung unheimlich ist oder sie keine Lust mehr haben werden sie (versuchen) an Ihrem Bein hochklettern und Sie sollten es eine weile tragen bis es wieder runter möchte.

Spielzeug

Frettchen spielen für ihr Leben gern! Eine kleine Auflistung von möglichem Spielzeug: (Drainage)Röhren, Katzenangeln, Papiertüten, Kartons mit mehren Eingängen und/oder Plastikbällen, Papier oder Luftschlangen, Quietschtiere, Klingelbälle. Bitte sein Sie vorsichtig mit Spielzeug aus Platik, es könnte zerbissen und verschluckt werden (Gefahr eines Darmverschlusses) und entfernen Sie Knopfaugen etc.. Es lässt sich auch viel Spielzeug für Frettchen selbst basten, nähen oder zweckentfremden, sein Sie kreativ!

Sterilisation

Auch wenn umgangssprachlich bei weiblichen Tiere oft von Sterilisation gesprochen wird, ist dies bei einer Frettchenfähe nicht sinnvoll. Bei einer Sterilisation werden nämlich nur die Eileiter durchtrennt so dass die Fähe unfruchtbar ist, der Körper produziert jedoch weiterhin Hormone und die Gefahr der Dauerranz bleibt bestehen! Fähen müssen kastriert werden!

Stubenreinheit

Frettchen sind in der Regel sehr reinliche Tier und lassen sich recht schnell daran gewöhnen ein Katzenklo zu benutzen. Ein paar Dinge gibt es dabei zu beachten: Die Klos sollten nicht zu klein sein und in Schlafplatznähe in einer Ecke stehen – Frettchen lieben Ecken um ihr Geschäft zu erledigen. Je mehr Platz Ihre Tiere zur Verfügung haben, desto mehr Toiletten brauchen Sie. Ein spielendes Frettchen wird nicht erst durch die halbe Wohnung rennen um auf’s Klo zu gehen, stellen Sie lieber in jedem Raum eine oder mehrer Toiletten auf (je nach Größe des Raumes). Setzen Sie in der Anfangszeit ihre Frettchen gleich nach dem Aufwachen in ein Katzenklo und loben Sie es (Leckerchen!) wenn es sein Geschäft darin verrichtet hat. Sollten die Frettchen sich eine Ecke aussuchen in die Sie keine Toilette stellen können, können sie in dieser Ecke einen Schlaf- oder Fressplatz einrichten um es davon abzuhalten dort hin zu machen. Am einfachsten wäre es aber einfach genau dort ein Klo zu platzieren. Es gibt allerdings kein Frettchen das 100% stubenrein ist und einige Kandidaten lernen es wohl auch nie.

Unterbringung

In einem Außengehege mit mindestens 6m² Lauffläche und Spielzeit mit den Menschen entweder beim Freilauf in der Wohnung / im Haus oder direkt im Außengehege. In einem großen Käfig in der Wohnung / im Haus: Die Mindestgröße für zwei Frettchen beträgt 2m² - 3m², es bietet sich also ein selbst einen Käfig zu bauen oder einen Kleiderschrank umzubauen. Täglicher Freilauf von mindestens 4 Stunden in der Wohnung / im Haus ist ein absolutes Muss. In einem eigenen Zimmer fühlen Frettchen sich sehr wohl. Trotzdem freuen sie sich ungemein, wenn sie beim täglichen Freilauf am Leben „ihrer“ Menschen teilhaben dürfen. Man kann Frettchen auch komplett frei in der Wohnung / im Haus halten, wie Katzen, hierfür muß es frettchensicher eingerichtet sein.

Vulva

Das äußere Geschlechtsorgan einer Fähe (siehe auch Ranz und Dauerranz)

Welpen

Ja, Welpen sind furchtbar süß, aber auch wahre Satansbraten! Frettchenwelpen strapazieren die Nerven ungemein und haben schon viele Anfänger (und auch erfahrene Frettchenhalter!) zur Verzweiflung getrieben. Sie haben noch nicht gelernt dass Menschen nicht so fest gebissen werden dürfen wie ihre pelzigen Spielkameraden und wissen auch noch nicht wofür das Katzenklo da ist. Leider sind tatsächlich viele Anfänger mit dem ungestümen Verhalten von Frettchenwelpen überfordert und die Zwerge landen im Tierheim. Mit ein wenig Recherche und Einsicht kann man dies Mensch und Tier ersparen indem man sich für adulte, anfängergeeignete Tier (z.B. aus einem Tierschutzverein) entscheidet. Eine Frettchenhilfe vermittelt ihre Pflegetiere nur dann an Anfänger, wenn die Frettchen freundlich zu Menschen sind und sich alle Zwei- und Vierbeiner verstehen. Glauben Sie mir, es bringt wirklich keinen Spaß sich blutig beißen zu lassen und ständig die Haufen der kleinen Monster wegzuwischen und es warten eigentlich immer liebe Frettchen in Pflegestellen auf ein schönes, neues zuhause.